Der Duktus venosus ist ein fetaler Shunt, der oxygeniertes Blut aus der Umbilikalvene zu den Koronarien und zur zerebralen Zirkulation durch vorwiegenden Blutstrom durch das Foramen Ovale in den linken Vorhof dirigiert. Der Blutfluß im Duktus hat eine charakteristische Wellenform mit hoher Flußgeschwindigkeit während der Systole (S-Welle) und Diastole (D-Welle), sowie Vorwärtsfluß während der Vorhofkontraktion(a-Welle). Im zweiten und dritten Trimester der Schwangerschaft wird ein abnormaler Fluß mit fehlender oder reverser a Welle als Zeichen einer Herzinsuffizienz beobachtet. Zwischen 11?13+6 Wochen ist ein abnormaler Duktusfluss mit Chromosomenstörungen, Herzfehlern sowie einem ungünstigen Schwangerschaftsausgang assoziiert. Studien an 5.000 Schwangerschaften, einschließlich 280 Feten mit Trisomie 21, welche an spezialisierten Zentren durchgeführt wurden, konnten zeigen, dass im ersten Trimenon bei etwa 80% der Trisomie 21 Feten und 5% derchromosomal normalen Feten ein pathologischer Flow nachweisbar ist. Die Untersuchung des Duktus venosus kann mit der Messung der fetalen NT kombiniert werden, um die Effektivität eines frühen Ultraschall Screenings für Trisomie 21 zu verbessern. Die Untersuchung des Duktusflusses ist jedoch zeitaufwendig und erfordert sehr erfahrene Untersucher. Daher ist es gegenwärtig unsicher, ob diese Untersuchung in die Routine des Ersttrimester Ultraschalls aufgenommen werden wird. Diese Messung findet vorerst bei Spezialisten ihren Einsatz, um das Risiko von Patientinnen mit grenzwertigen Ergebnissen nach Ersttrimester Screening aus NT und Ersttrimester Serumbiochemie weiter einzugrenzen.
Darstellung des charakteristischen Flows des Ductus venosus
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