mit gerinnungshemmenden Medikamenten

Eine Vielzahl neuartiger gerinnungswirksamer Substanzen wurde in den letzten Jahren entwickelt, deren Dosierung und Monitoring zunehmend komplexer wird. Neben der Bestimmung der APTT als Kontrolle einer Therapie mit unfraktioniertem Heparin und der INR (Quick-Wert) für die Überwachung einer oralen Antikoagulation stehen nun weitere Laborparameter wie die Anti-Xa-Aktivität und die Ecarin-Clotting-Time zur Verfügung. In Entwicklung für die Laborroutine befinden sich Bestimmungsmethoden zur Messung der Thrombingenerierung als möglicherweise globaler Messparameter für Antikoagulantien.
Weiterhin haben sich Untersuchungsmethoden zum Wirksamkeitsnachweis von Thrombozytenaggregationshemmern etabliert, da das Problem der ASS-/Clopidogrel-Resistenz zunehmend an Bedeutung gewonnen hat.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick:

Antikoagulans Laborparameter
Unfraktioniertes Heparin APTT (Thrombinzeit, Anti-Xa-Aktivität)
Cumarine (Marcumar) INR (Quick)
Niedermolekulare Heparine Anti-Xa-Aktivität
Hirudin u.a. Thrombininhibitoren APTT, Ecarin-Clotting-Time
Danaparoid u.a. FXa-Inhibitoren Anti-Xa-Aktivität
 
Aggregationshemmer
 
Untersuchungsmethode
ASS PFA-100®, Multiplate®, Aggregometrie
Clopidogrel Multiplate®, Aggregometrie, PFA-100®

 

Für eine längerfristige Antikoagulation während einer Schwangerschaft werden nach aktuellem Wissensstand  niedermolekulare Heparine (NMH) empfohlen, die aufgrund ihrer Bioverfügbarkeit und ihrer geringeren Nebenwirkungsrate den unfraktionierten Heparinen überlegen sind. Die Überwachung einer solchen Therapie erfolgt über die Messung der Anti-Xa-Aktivität (siehe auch obige Tabelle), zusätzlich empfiehlt sich die Bestimmung von Aktivierungsmarkern (D-Dimere, ggf. Thrombin-Antithrombinkompex (TAT) und Prothrombinfragmente F1+2).
Zur frühzeitigen Erkennung einer Heparin-induzierten Thrombozytopenie (HIT-II) sind regelmäßige Kontrollen der Thrombozytenzahl erforderlich.