Allgemein sollte durch die Biometrie Hinweise auf Dysproprotionen, fetale Wachstumsrestriktion oder Makrosomie entdeckt werden.
Biometriewerte, die von der Norm abweichen, sollten eine weitere Abklärung nach sich ziehen, da sie wegweisend für Fehlbildungen sein können.

Bei der Einstellung des Kopfes ist zu achten auf:

  • Symmetrische, ovale Kopfform
  • durchgehende Kalotte
  • Darstellung:
    • der Falx cerebri in der Mittellinie des Cavums septum pellucidi
    • im vorderen Schädeldrittel der Thalamuskerne
    • des 3.Ventrikels
  • Setzen der Messkreuze außen-außen
  • Kleinhirn und Orbitae gehören nicht in die Messebene

Checkliste für die richtige Ebene der Abdomenmessung:

  • Runder Schnitt mit parallelem Rippenpaar
  • Wirbelsäule im Querschnitt
  • Oberbauchorgane: Magen (links), Leber ,( Milz )
  • Distaler Anteil V. umbilicalis/ Sinus venae portae
  • Vena cava inferior, rechts etwas ventral der Aorta
  • Aorta descendens, links vor der Wirbelsäule

Gemessen wird der Abdomenumfang (mittels Ellipsenfunktion) und/oder der Quer- und anterior-posteriore Durchmesser

  • Femurlänge und/oder Humeruslänge
  • Aber auch weitere Extremitätenmaße erweiternd möglich
  • Messung möglichst quer zur Schallrichtung
  • Stets die schallkopfnahe Extremität
  • Vermessung der verknöcherten Diaphyse in ihrer längsten Ausdehnung

Abweichung von den Normmaßen

  • Mikrocephalie= zu kleiner Kopfumfang, z.b: bei IUGR, fetaler CMV
  • Makrocephalie= zu großer Kopfumfang, z.B. bei Hydrocephalus

Abweichungen von der ovoiden Kopfform

  • Brachycephalus = kurzer rundlicher Schädel
  • Dolichocephalus = langer schmaler Schädel (gehäuft bei Beckenendlagen)
  • Lemon sign= stufenartige Verjüngung des Schädels im Übergang
  • Parietal-Frontal-Knochen ? Hinweis auf Spina bifida aperta
  • Strawberry sign= erdbeer-ähnliche Schädelform, z.B. bei Trisomie 18

Lemon Sign

Anencephalus - nicht einstellbarer BPD ist stets verdächtig

Intrakranielle liquide Raumforderungen

Ventrikulomegalie

Holoprosencephalie

Die Darstellung in der üblichen hantel-artigen Form mit symmetrischen Hemisphären und darstellbarer Vermis gelingt ab der 16.SSW. Die Messung sollte in einer horizontalen Schnittebene erfolgen, bei der die Cisterna cerebellomedullaris und die Pedunculi cerebri eingesehen werden. Gemessen wird die größte transversale Ausdehnung.

Die Breite des Cerebellums korreliert unbeeinflußt durch Wachstumsrestriktionen oder Makrosomie mit dem Schwangerschaftsalter.
Im 2. Trimenon gilt: Cerebellum[mm] = Schwangerschaftsalter [Wochen]
Die Darstellung eines unauffälligen Cerebellums mit Nachweis einer Cisterna cerebellomedullaris schließt eine Spina bifida aperta mit einer Sensitivität von >95% aus!

Banana-sign ? flaches Ausziehen und kaudale Verlagerung des Cerebellums bei Spina bifida aperta

Dandy-Walker-Malformation ? zystische Erweiterung des 4. Ventrikels und Vermishypo-/aplasie

  • Fehlende Darstellung des 4-Kammerblickes (nach DEGUM I-Richtlinie dokumentationspflichtig!)

CHECKLISTE 4 Kammerblick:

Herzachse im 4Kammerblick: Orientierung der Herzspitze um 30-45° nach links, das Herz nimmt weniger ~1/3 der Thoraxfläche ein

  • Tricuspidalklappe sitzt tiefer als Mitralklappe
  • Septum primum+secundum mit Foramen ovale (Rechts-Links-Shunt)
  • Ventrikelseptum- bestimmt die Herzachse
  • Diskrepanz zwischen Herz-Thorax-Relation: das Herz sollte in der 4-Kammerblickebene maximal 1/3 des Thorax einnehmen. Herzumfang/Thoraxumfang sollte stets unter 0,58 liegen.
  • Arrhythmie
  • Intrathorakale zystische Strukturen oder Ergüsse

Hydrothorax beidseits

  • Überprüfung der Darstellbarkeit der Blase
  • Störungen der Kontinuität der Bauchdecke

Beispiel: Omphalozele

Beispiel: Gastroschisis

  • Fehlende Darstellung oder atypische Position oder Form des Magen

Beispiel: Double-Bubble bei fetaler Duodenalstenose

  • Atypische Flüssigkeitsansammlung im Abdomen

Massiver Aszites bei Hydrops fetalis

  • Unregelmäßige dorsale Struktur im Längsschnitt

Beispiel: Spina bifida aperta

  • Die Haslregion sollte auf Konturauffälligkeiten überprüft werden.

Beispiel: Hygroma colli