Mit Hilfe der modernen Ultraschallverfahren können viele angeborene Probleme des Feten vor der Geburt diagnostiziert werden. Die 20. bis 22. Schwangerschaftswoche stellt ein Alter dar, bei dem i.d.R. sehr gute Ultraschallbedingungen gegeben sind. Das Kind weist bereits alle Organe in ausreichender Größe auf. Die gute Fruchtwassermenge, die noch geringe Knochendichte und viele weitere Faktoren gewährleisten meist gute Sichtbedingungen für den Ultraschall. Weiterhin sind nach den deutschen Mutterschaftsrichtlinien Untersuchungen in der 29.-32. Schwangerschaftswoche zur nochmaligen Überprüfung auf Fehlbildungen, zur Kontrolle des fetalen Wachstums und der Plazentalage vorgesehen. In den meisten Fällen ergeben sich bei pränataldiagnostischen Untersuchungen unauffällige Ergebnisse, die Ängste nehmen können und den Eltern helfen, den weiteren Schwangerschaftsverlauf beruhigt angehen zu können. Bei vielen angeborenen Fehlbildungen wie z.B. bestimmten Formen der angeborenen Herzfehler oder dem ?offenen Rücken? (Spina bifida) oder Defekten der Bauchwand führt die frühzeitige Diagnose zu einer optimierten Behandlung in der Schwangerschaft, bei der Geburt oder kurz nach der Geburt. Die Therapieergebnisse und die kindliche Prognose werden hierdurch meist deutlich verbessert. Einige schwerwiegende Erkrankungen des Kindes können auch schon vor der Geburt erfolgreich behandelt werden (z.B. Herzrhythmusstörungen). Weiterhin ist es im Rahmen der Pränataldiagnostik möglich, eine durch Plazentainsuffizienz (Funktionsstörung des Mutterkuchens) bedingte Wachstumsverzögerung und Gefährdung des Ungeborenen zu erkennen.
In all diesen besonderen Schwangerschaften kann durch vorgeburtliche Untersuchungen sowie durch die Bereitstellung eines erfahrenen Perinatalzentrums unter einem Dach eine optimierte Überwachung der Schwangerschaft und auch wenn nötig eine vorzeitige Entbindung und entsprechende nachgeburtliche Versorgung für das gefährdete Kind gewährleistet werden. Sollte die vorgeburtliche Untersuchung nicht wie erhofft und gewünscht zu einer Beruhigung führen, sondern Sie mit einem auffälligen Befund konfrontieren, bieten wir Ihnen umfassende Beratungsgespräche sowohl mit Fachleuten der Neugeborenenmedizin, Spezialisten für Kinderherzen, Kinderchirurgen, Humangenetikern u.v.a. mehr. Zu unserem Versorgungskonzept zählt auch das Angebot psychosozialer oder seelsorgerische Beratung durch erfahrene Fachleute. Nach der pränatalen Diagnose einer kindlichen Erkrankung kann sich ggf. für Sie auch die Frage über Fortsetzung oder Abbruch der Schwangerschaft stellen. Auch in diesen Situationen werden wir Ihnen helfen zu einer Entscheidung zu kommen, die Sie dauerhaft tragen können. (www.medizin.uni-koeln.de/kliniken/herzzentrum, www.medizin.uni-koeln.de/kliniken/kinder , www.esperanza-online.de, www.uk-koeln.de/humangenetik, www.humangenetik-koeln.de)
Trotz aller technischen Fortschritte kann keine vorgeburtliche Untersuchung alle Krankheiten oder Fehlbildungen des Kindes erkennen. Es sei weiterhin darauf hingewiesen, dass die Wertigkeit von Ultraschalluntersuchungen unter anderem von der Größe, Alter und Lage des Kindes, von der Fruchtwassermenge, von der Dicke der Bauchdecke bzw. Narben in der Bauchdecke und von der Qualität des Ultraschallgerätes stark abhängig ist.
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